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„Hände die Werte schaffen“ Aus dem Allgäu kommt der Verein LandHand allgäu e.V. zum 7. Altertümlichen Bauern- und Handwerkermarkt am 17.09.2017 nach Möhringen

 

Zum ersten Mal kommen dieses Mal 4 Frauen vom Verein „LandHand allgäu e.V.“ nach Möhringen. Landhand allgäu ist ein Zusammenschluss von derzeit 27 Allgäuer Handwerkern und Künstlern, mit dem Ziel, traditionelle Handwerkskünste auszuüben, zu erhalten und weiter zu entwickeln. Unter dem Motto „Hände die Werte schaffen“, werden auf qualitativ höchstem Niveau Werke erschaffen, die funktional, zeitlos und schön sind. Ein besonderes Anliegen ist der Erhalt und die Weitergabe von Wissen durch eine enge Vernetzung der Handwerker. In Form von Kursen und Handwerksvorführungen wird das Wissen auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.  

Seit vielen Generationen wird das Handwerk des Stoffdrucks und des Blaudrucks innerhalb der Familie von Petra Kortmann aus Sulzberg weiter gegeben. Seit ihrer Kindheit war sie schon fasziniert von den vielen Holzmodeln mit ihren schönen Mustern.
Sie arbeite dabei mit speziell für den Stoffdruck entwickelten Farben, Bei dieser Technik wird die Farbe mit dem Model direkt auf den Stoff übertragen und so entstehen ganz individuelle Kostbarkeiten wie Tischdecken, Kissen und.Tischsets.

Aus Ofterschwang im Allgäu kommt die Weberin Ursula Wenz mit Ihren „Bändelblacha“ (Baumwollstreifenteppiche)  die bei uns rund um den Bussen als „Lumpenteppiche“ bekannt sind. Früher waren diese in jedem Bauernhaus in den Kammern, Gängen und Stuben. Auch heute noch liegen sie in manchen Häusern und sind fast unverwüstlich. Die alte Webtechnik zur Herstellung der Teppiche zeigt die Weberin Ursula Wenz in Möhringen. Als Kette, das sind die Fäden, die auf den Webstuhl aufgespannt werden, eignen sich für diese Teppiche  Langflachsgarn, Baumwollkettgarn oder verschiedene Fasermischungen.
Als Schuß bezeichnet man das Material, das mit der Kette verwoben wird. Früher verwendete man dazu „Bändel“, das sind in Streifen gerissene oder geschnittene Stoffstreifen, meist aus alten abgelegten Kleidungsstücken, oder eben aus „Lumpen“.
Heute können auch neue Streifen aus Baumwollstoff verarbeitet werden.
Mit Phantasie und Geschmack werden Farben und Muster zusammengestellt.

Fast jedes Haus hatte früher auch einen großen „Holderbusch“ im Garten und der Holunder wurde für Saft und Gsälz verwendet. Katharina Liebenstein aus Oy-Mittelberg hat sich dem Holunder verschrieben und macht daraus Saft, Sirup, Likör, Essig oder Gelée. Rezepte von Allgäuer Landfrauen sind die Grundlage ihrer  Produkte. Mit Freude am Experimentieren hat sie daraus ihre eigenen Spezialitäten entwickelt die sie nach Möhringen bringt.

Klöppeln und Filzen, zwei ganz unterschiedliche Techniken der Textilkunst beherrscht Siglinde Neßler aus Sonthofen, die auch 1. Vorstand des Vereins LandHand allgäu e.V. ist. Jede Technik für sich bietet viele Möglichkeiten zum Spielen mit Farben und Materialien. Interessantes entsteht, wenn beide Techniken kombiniert werden. Meist aus heimischer Bergschafwolle entstehen bei Frau Neßler z.B. Handtaschen, Sitzkissen  und Bilder.

Neben diesen Vertreterinnen des Vereins LandHand Allgäu kommen viele weitere Handarbeiterinnen und zeigen alte Handarbeitstechniken wie Trachten sticken, nähen, klöppeln, spinnen, flechten und vieles mehr. Auch die Mitarbeiterinnen der Juppenwerkstatt Riefensberg in Vorarlberg sind mit ihren Juppen (historische Bregenzerwälder Frauentracht) wieder dabei.