Handwerker 4

Das Elektrotechnische Museum von Manfred Stör zeigt die ersten Elektrogeräte in den Küchen der alten Bauernhöfe beim 7. Altertümlichen Bauern- und Handwerkermarkt am 17.09.2017 in Möhringen

In den letzten 100 Jahren gab es in der Landwirtschaft in Oberschwaben eine rasante technische Entwicklung. Welchen Wandel die Einführung des elektrischen Stroms im Jahr 1913 in Möhringen hervorrief kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Auf den Bauernhöfen wurden Elektromotoren für vielerlei Maschinen eingesetzt und erleichterten die Arbeit der Bauern und Knechte. Bereits im Jahr 1922 waren fast alle Häuser in Möhringen mit Stromanschluss. Aber auch in den Häusern wurden neben der elektrischen Beleuchtung nach und nach viele hilfreiche elektrisch betriebene Geräte zur Entlastung der Bäuerin angeschafft.

 
Manfred Stör vom Elektrotechnischen Museum in Leutkirch ist ein Spezialist auf diesem Gebiet. Sein Museum mit viel „Spannung“ zeigt die Geschichte der Elektrizität und mit deren Geräten ab dem 20. Jahrhundert. Schon als Lehrling in den 1960er Jahren sammelte Manfred Stör alles was alt und elektrisch ist. So kamen im Laufe der Zeit rund 4000 Geräte wie Waschmaschinen, Herde, Kühlschränke, Staubsauger, Radiogeräte, Plattenspieler, Kaffeemaschinen, Filmgeräte und vieles mehr zusammen. Manfred Stör legt sehr viel Wert darauf, dass die Geräte, die im Elektrotechnischen Museum in Leutkirch stehen, lauffähig sind. „Ich möchte ja nicht nur zeigen, wie die Geräte ausgesehen haben, sondern auch wie sie funktionierten", so Manfred Stör.

 Auf dem Bauern- u. Handwerkermarkt ist Manfred Stör mit seinen Helfern in einem alten Bauernhaus in der Ortsmitte. Er zeigt in der Küche und in der Speis verschiedene Ausstellungsstücke zum Thema „Lebensmittel haltbar machen“, wie Eisschrank, Kühlschränke und eine historische Waschmaschine zum „Einkochen und Eindünsten“ im Betrieb. Außerdem verschiedene andere alte Haushaltsgeräte.

 Doch das alte Haus aus dem späten 17. Jahrhundert, das inzwischen als Kulturdenkmal eingestuft ist und ab Ende des Jahres denkmalgerecht saniert wird, beherbergt am 17. September noch weitere Handwerker und Handarbeiterinnen. In der Stube zeigt Roswitha Pfänder wie Trachtenhauben gestickt werden. Die Malerin und ehemalige Bäuerin Gertrud Feuerstein aus Wangen ist bei der Arbeit an ihren Tier-Bildern zu sehen. In den Kammern des Hauses werden viele Handarbeitstechniken gezeigt, Wie alte Lehmputztechnik funktioniert zeigt direkt am Haus der Spezialist für Lehmbau und Lehmputz Thomas Jantowski aus Schemmerhofen.